Kommentar zu Klaus Shriddes Portrait über Wahnfried
 

Kommentar zu Klaus Schriddes Portrait über Wahnfried:

Klaus Schridde meldete sich Anfang Juli tel aus St. Peter Ording, wo er gerade seinen Urlaub verbrachte.  Er kennt als tief informierter Fachjournalist und Autor die Holsteiner Erfolgs-linien wie wenig andere seiner Kollegen. So wollte er den Wert des Wahnfried-Blutes noch einmal der heutigen Züchtergeneration in Erinnerung bringen und er hat damit nebenbei vielen älteren Züchtern und Reitern tief aus dem Herzen gesprochen.

So kam fernmündlich der Artikel zustande. Aus Zeitgründen konnte er ihn mir nicht mehr zum Querlesen mailen. Es haben sich ein paar Informationen überlagert und die sollen richtig gestellt werden:

a)  Wahnfried hat bis zu seiner Aberkennung ausschliesslich in Wellinghusen bei seinem Besitzer Reimer Witt gedeckt. Sein abgesprochener Einsatz auf der damals attraktivsten Station des Holsteiner Verbandes in Siethwende kam aufgrund des Geschäftsführerwechsels von Jasper Nissen zu Maas J. Hell nicht mehr zustande. Wahnfried sollte eine Saison in Siethwende den besten Stuten des Verbandes zur Verfügung stehen und im Gegenzug sollte der Verbandshengst „Midas“ zu Reimer Witt überstellt werden.

(lesenswert dazu der Artikel über Wahnfried auf meiner Homepage)

b)  Mein Vater holte Anfang der 50-iger Jahre die ersten, damals noch schweren Warmblüter, meistens aus den Region Bordesholm, Tellingstedt, Heide, Meldorf.
Die Pferde traten ihre Reise unangebunden in Bahnwaggons an. In ihrer neuen Heimat arbeiteten sie unter der Woche im Geschirr in der Landwirtschaft oder im Winter im Wald (in der Hunsrück-Region um Birkenfeld) und tobten sich Sonntags auf Turnieren aus. Viele der Pferde gingen später in professionellere Hände über, nachdem sie ihr Talent auf den Turnieren unter den ländlichen Reitern gezeigt hatten.
In den gut 20 Jahren bis 1972/73  fanden so mehrere Hundert Pferde den Weg von Holstein in die Pfalz, den Hunsrück, Rheinhessen und insbesondere auch ins Saarland. 

c)  Meine Berufslaufbahn startete ich 1970 als Trainee beim Hamburger Gabelstaplerhersteller Jungheinrich. (eine grossartige Unternehmung; damals in einer Umsatzgrösse von etwas über 100 Mio. DM; heute mit einem Umsatz von 2.3 Milliarden Euro Nummer drei der Welt). Ab 1971 assistierte ich den Geschäftsführer Vertrieb und Anfang 1972 wurde mir die Führung der Rhein-Main-Niederlassung mit Sitz in Heppenheim übertragen. Die Reiter in und um Viernheim wurden etwa ab 1975 mit Holsteinern durch mich versorgt. (Mein Vater lebte zu diesem Zeitpunkt nicht mehr) 1978 übernahm ich die Leitung der Konzerntochter in der Schweiz.
Jungheinrich erwarb 1994 die WAP-Reinigungstechnik in Bellenberg in Bayrisch Schwaben. In diesem Unternehmen führte ich die Vertriebsgeschäfte bis 2001/2002.

Man könnte die Frage stellen, ob ich denn in all diesen Jobs nicht ausgelastet war;

Genau das Gegenteil kann ich bestätigen. Erst der Umgang mit meinen Pferden hat mir die geistige und physische Kraft gegeben, überdurchschnittliche Leistungen für das Unternehmen zu erbringen.

Gunther Schneider im August 2013  

 
 
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